W E R B U N G
Privatisierung verschlechtert Versorgung





Im Rahmen der Privatisierung unseres Hauses wurden alle Pflegehilfskräfte entlassen, viele Schwestern und Pfleger mußten gehen. Es wird von bis zu 50%-Stellenabbau in der Pflege gesprochen. Nachts gibt es jetzt bei bis zu 40 Patienten nur noch eine Nachtschwester auf der Hauptstation in der Inneren mit der Möglichkeit, eine zweite Schwester als Springerin von der Chirurgie hinzuzuziehen. Im Tagdienst sind es maximal drei Schwestern für diese Station und manchmal noch ein paar Krankenpflegeschülerinnen. Es gibt mehrere Pflegefälle auf dieser Abteilung, die als AIII klassifiziert werden und somit bei jeder Tätigkeit auf Hilfe angewiesen sind. Schwestern und Pfleger müssen nicht nur, wie in Deutschland aus welchen Gründen auch immer üblich, das Essen verteilen und die vielen hundert Pillen für die Patienten aus den Schachteln nach unseren Angaben zusammenstellen. Sie werden jetzt auch noch als Hol- und Bringedienst eingesetzt, wenn die Patienten zu Untersuchungen gebracht oder von dort geholt werden müssen. Das ist beim besten Willen nicht zu schaffen. Häufig gehen wir Ärzte ohne Schwestern oder Pfleger auf Visite. So geht viel Information verloren, es entstehen auf beiden Seiten Fehleinschätzungen. Können Patienten sich nicht selbst äußern sind die Mitteilungen von Pflegeseite her entscheidend, um die richtige Therapie zu wählen. An Wochenenden werden neuerdings die Putzfrauen zusätzlich zu Ihrer Arbeit als Hol-und Bringedienst eingesetzt. Eingearbeitet wurden sie praktisch nicht, so dass immer noch viel schiefgeht. Anmeldungen zu Untersuchungen sind so anfangs an der Pforte anstatt am richtigen Ort gelandet, und die Untersuchungen haben nicht oder deutlich verspätet stattgefunden. Wir leiden alle unter dieser Situation, nicht zuletzt die Patienten, um die es hier gehen sollte. Eine gute Versorgung ist nicht möglich.


Autor: Mr. Bojangles